Vorherige Ausgaben der Konferenz
Translaton 1
27–28 September 2018
Die erste Ausgabe der internationalen Wissenschaftskonferenz Translaton. Gegenwärtige Paradigmen der Übersetzungsforschung. Chancen und Herausforderungen fand am 28. 09. 2018 in den Räumen der Philologischen Fakultät der Universität Wrocław statt. An dieser Konferenz nahmen 58 Wissenschaftler teil, die aus 11 Ländern kamen und 25 Forschungszentren vertraten. Die Initiative zur Durchführung dieser Konferenz ging von Frau Professorin Anna Małgorzewicz von der Universität Wrocław und von Frau Professorin Monika Płużyczka von der Universität Warschau aus.
Die Konferenz begann im historischen Professor-Władysław-Nehring-Saal mit Begrüßungsreden, die von der Leitung der Universität Wrocław und der Fakultät für Angewandte Linguistik der Universität Warschau gehalten wurden.
Die Plenartagung wurde mit dem Vortrag von Prof. Dr. habil. Sambor Grucza (Universität Warschau) unter dem Titel Einige Bemerkungen zur Eye-Tracking-Translatorik eröffnet. Weitere Plenarvorträge hielten Prof. Dr. habil. Jerzy Żmudzki von der Maria-Curie-Skłodowska-Universität in Lublin (Transzendenzen in der Übersetzung und Übersetzungstranszendierung) und Prof. Dr. habil. Iwona Bartoszewicz von der Universität Wrocław (Verfilmungen von Agatha Christies Roman „Mord im Orient-Express” – du beobachtest und du wirst beobachtet). Alle drei Vorträge wurden auf Polnisch gehalten, für ausländische Gäste wurde aber simultan gedolmetscht.
Anschließend wurde die Tagung in den Themenbereichen fortgeführt. Insgesamt wurden 16 Referate in fünf Themenbereichen gehalten: Specialized Translation, Translation Industry, A Look Into Translator’s Mind, Translation as a Means and Goal of Teaching und Audiovisual Translation. Der erste Tag endete mit einem Galadiner im Restaurant Dwór Polski im westlichen Teil des Breslauer Marktplatzes.
Der zweite Tag begann mit Plenarvorträgen in englischer Sprache. Sie wurden gehalten von Dr. habil. Łucja Biel, Univ.-Prof. der Universität Warschau (Research Methods in Specialised Translation: A Multi-Perspective Framework), Prof. Pius ten Hacken von der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck (On the Cognitive Difference between Literary and Specialized Translation) und Dr. Anna Kuźnik von der Universität Wrocław (Establishing Competence Levels in the Acquisition of Translation Competence in Written Translation. The PACTE’s NACT project).
Nachher wurde die Konferenztagung in fünf Themenbereichen fortgesetzt: Linguistics and Other Aspects of Translation, Translation Theories, Translator’s Competence and Translation Teaching, Artistic Translation und Culture in Translation. Insgesamt wurden dort 18 Referate gehalten. Ausgewählte Konferenzreferate wurden in der wissenschaftlichen Zeitschrift Studia Translatorica veröffentlicht. Gleichzeitig mit den Referaten der letzten beiden Themenbereiche wurde ein Workshop in polnischer Sprache unter dem Titel Qualitätskontrolle von Übersetzungen in der Translodidaktik von Mag. Kwiryna Proczkowska durchgeführt.
Ein Highlight des Abends vor dem ersten Konferenztag war eine Führung durch das historische Zentrum von Breslau. Am ersten Konferenztag wurde eine Ausstellung unter dem Titel „Der Karl-Dedecius-Preis” eröffnet, die der Auszeichnung polnischer Übersetzer deutschsprachiger Literatur und deutscher Übersetzer polnischer Literatur gewidmet ist.
Translaton 2
Die zweite Ausgabe der wissenschaftlichen Konferenz „Translaton” war eine gemeinsame Initiative des Instituts für Übersetzungswissenschaft und Sprachdidaktik der Universität Wrocław und des Instituts für Übersetzungswissenschaft der Universität Warschau. Die Veranstaltung stand unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Anna Małgorzewicz (Universität Wrocław) und Prof. Monika Płużyczka (Universität Warschau). Aufgrund der COVID-19-Pandemie wurde die Konferenz online abgehalten.
Im Laufe von zwei Tagen wurden auf der Konferenz 6 Grundsatzreden und 31 Vorträge in 10 Sitzungen gehalten.
An der Veranstaltung nahmen 51 Forscher aus Polen, Belgien, Estland, Frankreich, Deutschland, Italien und Spanien sowie aus Bangladesch und Kasachstan teil.
Die Veranstaltung begann mit einer Grundsatzrede von Prof. Ricardo Muñoz Martín mit dem Titel „Kognitive Übersetzungs- und Dolmetschwissenschaft: Von der Black Box zu einer bunten Palette situativer Ansätze“. Der Redner skizzierte die wichtigsten Etappen in der Entwicklung der Kognitionswissenschaft und untersuchte deren Anwendungsmöglichkeiten in der Übersetzungsforschung. Er legte besonderen Wert auf die Bedeutung empirischer Methoden bei der Analyse multimodaler Kommunikation und zeigte vielversprechende Richtungen für zukünftige Studien auf.
Anschließend folgte ein Vortrag von Prof. Alessandra Riccardi, die einen Querschnitt durch die wichtigsten Etappen in der Entwicklung der Dolmetschwissenschaft, aktuelle Trends und Errungenschaften, insbesondere im Bereich des öffentlichen Dolmetschens, gab. Sie ging auf psychologische und kognitive Forschungsansätze in diesem Bereich ein und zeigte auf, wie sich bestimmte Forschungsgebiete in Deutschland und Österreich entwickelt haben. Ein zentraler Punkt ihrer Präsentation war die Hervorhebung der Bedeutung der methodischen Grundlagen, die durch intensive Zusammenarbeit und den Austausch von Fachwissen zwischen Forschern in ganz Europa entwickelt wurden.
Der erste Tag der Veranstaltung endete mit einem Grundsatzreferat von Prof. Heike Elisabeth Jüngst, das sich mit populärwissenschaftlichen Büchern für Kinder befasste, die jungen Lesern das Phänomen Coronavirus näherbringen sollen. Die Referentin stellte mögliche Klassifizierungsmethoden für diese Publikationen vor, die nach Themenbereich, Illustrationsstil und sprachlichem Ansatz kategorisiert wurden.
Auch am zweiten Tag standen drei Keynote-Vorträge auf dem Programm. In ihrem Vortrag mit dem Titel „Level Up: Aktuelle Trends und Zukunftsperspektiven in der Spielelokalisierung” konzentrierte sich Dr. Carme Mangiron auf das Thema der Lokalisierung von Videospielen und analysierte die wissenschaftlichen Herausforderungen, denen Übersetzer in diesem Bereich gegenüberstehen. Anhand konkreter Beispiele diskutierte sie Forschungsmodelle, die die Nachverfolgung ausgewählter Übersetzungsprozesse ermöglichen. Im abschließenden Teil ihres Vortrags ging sie auf die Rolle der künstlichen Intelligenz ein und wies auf die wachsende Bedeutung und das Potenzial computergestützter Übersetzungstools hin.
Die nächste Präsentation, vorbereitet von Prof. Vahram Atayan und zwei seiner Doktoranden von der Universität Heidelberg, befasste sich mit dem Thema manuelle Annotation und dem Einsatz von Tools, die den Prozess der Texterstellung unterstützen und optimieren („Manuelle Annotationen und Datenvisualisierung für sprachkontrastive und übersetzungswissenschaftliche Fragestellungen“). Das Forschungsteam stellte drei Annotationsprojekte vor, bei denen spezifische semantische und pragmatische Kategorien angewendet wurden. In der Zusammenfassung wurden verschiedene Methoden zur Visualisierung der gesammelten Daten diskutiert und die Möglichkeiten der Korrespondenzanalyse und der multiplen Korrespondenzanalyse skizziert.
Die abschließende Grundsatzrede mit dem Titel „Progi i bariery w przekładzie” [Schwellen und Barrieren in der Übersetzung] wurde von Prof. Jolanta Lubocha-Kruglik gehalten, die wichtige Überlegungen zur Komplexität des Übersetzungsprozesses vorstellte. Sie wies darauf hin, dass die Schwierigkeiten, mit denen ein Übersetzer konfrontiert ist, nicht nur auf kulturelle Faktoren zurückzuführen sind, sondern auch auf sprachliche und semantische Unterschiede. Im Mittelpunkt ihrer Überlegungen standen die axiologischen und mentalen Dimensionen der Wahrnehmung der Realität, wobei sie darauf hinwies, dass eine unzureichende Berücksichtigung dieser Aspekte zu ernsthaften Dissonanzen bei der Entwicklung einer Übersetzungsstrategie führen kann.